• Das ist die website von Ingo Stützle. Neben regelmäßigen kurzen Beiträgen (blogs) finden sich hier auch meine Artikel, Buchbeiträge sowie einen Überblick über Interviews die ich geführt und Bücher, die ich herausgegeben habe. Ab und an schreibe ich auch mal eine Buchbesprechung. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern. Meine Themenschwerpunkte erkennt ihr an der Tag-Wolke - einfach klicken. Und: Die Seite kann man natürlich auch nach Stichwörtern durchsuchen.

Mit David Harvey den zweiten Band des marxschen Kapitals lesen

Youtube machte David Harveys Vorlesungen zum marxschen Kapital zu Beginn der Krise einem breiteren Publikum bekannt. Harvey hat sie danach verschriftlichen lassen und der VSA-Verlag hat die Vorlesungen in einer sehr guten Übersetzung nun auch dem deutschen Publikum zugänglich gemacht (siehe ak 568). Nun beginnt Harvey seine Vorlesungen zum zweiten Band des marxschen Kapitals – wir dürfen gespannt sein:

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… darüber entscheidet eben nicht der Schuldnerstaat

»Nicht der Schuldner ist die entscheidende Figur bei den Anleihen des Schuldnerstaates. Gewiss ist sein Verhalten für seinen Kredit nicht unwesentlich, ja sogar von sehr großer Bedeutung; aber von welcher Bedeutung es ist, darüber entscheidet eben nicht der Schuldnerstaat, sondern darüber entscheiden seine Gläubiger.«

Aus: Sultan, Herbert (1932): Die Staatseinnahmen. Versuch einer soziologischen Finanztheorie als Teil eine Theorie der politischen Ökonomie (Beiträge zur Finanzwissenschaft. Neue Folge, Bd.1), Tübingen, hier: S. 193

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Radikale Kritik mit Bart

Mit der Finanz- und Weltwirtschaftskrise wuchs das Interesse an der marxschen Theorie. Fast jede Neuerscheinung über Marx beginnt mit dieser Feststellung – und es sind viele Bücher: Einführungen, Übersetzungen, Sammelbände und Neuauflagen. Sie alle haben unterschiedliche Ansprüche und AdressatInnen. Einführungen sollen einen ersten Einblick in die marxsche Kritik geben. Eine zweite Gattung versucht, Marx gegenüber dem Mainstream zu verteidigen. >>> Weiterlesen in ak 568

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Menschenrecht auf Profit

Spiegel-Online titelt heute »Hedgefonds wollen Menschenrecht auf Rendite einklagen« und amüsiert damit Karl Marx, wie ein Brief an seinen Freund Friedrich Engels vom 8. Dezember 1857 dokumentiert:

»Dass die Kapitalisten, die so sehr gegen das ›droit au travail‹ [Recht auf Arbeit] schrien, nun überall von den Regierungen ›öffentliche Unterstützung‹ verlangen […], also das ›droit au profit‹ [Recht auf Profit] auf allgemeine Unkosten geltend machen, ist schön.«

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Rating-Agenturen: Aus Gerüchten wird eine autorisierte Nachricht in Warenform

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit von neun Euro-Ländern herabgestuft. Frankreich und Österreich verlieren ihre Top-Bonität AAA; Italien, Spanien, Portugal und Zypern wurden um zwei Stufen abgewertet. Aus diesem Anlass sei nochmals auf mein Papier Downgrade!!! Macht und Ohnmacht der Rating-Agenturen hingewiesen.

 

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Podcast | Staatsverschuldung: Was sie ist und wie sie funktioniert

Die Angst vor dem Bankrott geht um – vor dem Staatsbankrott. «Geht die ganze Welt bald pleite?», fragt die BILD-Zeitung (13.6.2011) in Riesenlettern, und der SPIEGEL titelt «Geht die Welt bankrott?» Grund: Den Industrieländern sind ihre Schulden über den Kopf gewachsen. Mit Griechenland fiel Anfang 2010 der erste Dominostein. Dann folgten weitere. Die Euro-Zone droht unter ihren Schulden auseinanderzubrechen. Auch eine Zahlungsunfähigkeit der USA scheint nicht mehr unmöglich: «Wir sind pleite», sagte im Juli 2011 US-Senator John Boehner. Nach dem Faktencheck zur Schuldenkrise in Griechenland beantwortet die zweite Broschüre allgemeinere Fragen: Warum treffen staatliche Sparprogramme immer vor allem die Armen? Wo kommen überhaupt die ganzen Schulden her, und wozu dienen sie? Wer profitiert von staatlichen Krediten? Dabei wird deutlich: Schuldenfragen sind immer Verteilungsfragen. Einige müssen zahlen, andere dürfen verdienen.

Die Broschüre Ist die ganze Welt bald pleite? gibt es jetzt auch als Podcast für die Ohren:

«Ist die ganze Welt bald pleite?» luxemburg argumente #2 by Rosa-Luxemburg-Stiftung

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Wenn in der EU die Ausnahme zur Regel wird. Zwischen Kooperation und Konkurrenz: Die Eurokrise ist noch lange nicht ausgestanden

Was wurde ihr nicht alles vorgeworfen. Angela Merkel würde ständig einknicken, keine klare Linie bei der Europapolitik verfolgen und so die Finanzmärkte verunsichern. Mit ihrer Politik fährt Deutschland aber bisher ganz gut, und selbst Umfragen bestätigen Merkel eine breite Zustimmung aus der deutschen Bevölkerung.

Deutschland profitiert bisher in der Krise, und Merkels Politik ist eher die Bewegungsform, wie die deutsche Regierung in der Konkurrenz zwischen den EU-Staaten ihre Vormachtstellung durchsetzt. Alle Staaten versuchen möglichst ungeschoren aus der Krise zu kommen – auch auf Kosten anderer Länder und der Stabilität der Eurozone als solcher. Mehr lesen »

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Was die Euro-Rettung kostet

Die Basler Zeitung prophezeite Anfang Dezember: »So könnte das Ende des Euro aussehen«. Das Handelsblatt steuerte bereits Anfang September mit dem Titel »Euro-Rettung ist billiger als das Euro-Ende« gegen die Spekulation über ein Ende der Gemeinschaftswährung. Die Schweizer UBS-Bank diskutiert in einer aktuellen Studie die Kosten für die Implosion der Eurozone. (1) Wenn schon die Banken darüber reden, steht das Euroende kurz bevor! Mehr lesen »

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Überarbeitete Fassung: Ist die ganze Welt bald Pleite? Staatsverschuldung: Was sie ist und wie sie funktioniert

Die Angst vor dem Bankrott geht um – vor dem Staatsbankrott. „Geht bald die ganze Welt pleite?“, fragt die BILD-Zeitung (13.7.2011) in Riesenlettern, und der SPIEGEL (32/2011) titelt „Geht die Welt bankrott?“ In einer Umfrage des Magazins Stern von Anfang August 2011 steht die Staatsverschuldung an Nummer Eins der Sorgen der Deutschen. Der Grund: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sind es nicht die sogenannten Entwicklungsländer, die eine Schuldenkrise erleben, sondern die etablierten Industriestaaten.

In Europa stehen einige Staaten vor der Zahlungsunfähigkeit, die Euro-Zone droht zu zerbrechen, Milliarden werden in ihre Rettung investiert. Auch in den USA wachsen die Staatsschulden in Höhen, die sonst nur nach Kriegen erreicht werden. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat daher die Kreditwürdigkeit der US-Regierung heruntergestuft – erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg.

Nun haben sich alle Regierungen der Industrieländer vorgenommen, härter zu sparen. Dies trifft vor allem die Armen in Form von Sozialkürzungen – in allen Ländern. Warum ist das eigentlich so? Wo kommen überhaupt die ganzen Schulden her? Warum machen alle Staaten Schulden – obwohl sie allgemein als Übel gelten? Und warum streicht man die Schulden nicht, wenn schon die ganze Welt unter ihnen leidet?

Dies sind einige Fragen, die eine neue Broschüre der Rosa-Luxemburg-Stiftung beantworten will, die ich mitverfasst habe. Sie will erklären, was das Ziel der staatlichen Verschuldung ist, wie sie funktioniert – und wer von ihr profitiert. Denn am Ende sind Schuldenfragen immer Verteilungsfragen: Einige müssen zahlen, andere dürfen verdienen.

>>> Download der Broschüre

Die Broschüre geht auf folgende Aussagen ein:

  • „Man kann nicht mehr ausgeben als man einnimmt“
  • „Die Enkel müssen unsere Schulden zurückzahlen“
  • „Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt“
  • „Politiker verschwenden Geld – es ist ja auch nicht ihres“
  • „Wir müssen sparen!“
  • „Wir sind pleite!“
  • „Die Finanzmärkte zähmen die Politik“
  • „Soll man die Schulden doch einfach streichen!“
  • „Wir brauchen strengere Regeln“
  • Fazit: „Sind Staatsschulden nun gut oder schlecht?“
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Was bleibt sind seine Lieder und die Hoffnungslosigkeit – Georg Kreisler ist tot

»Es gibt drei Haupt­grün­de, warum ich Fein­de habe: Ers­tens bin ich Jude, zwei­tens bin ich nie­man­dem ver­ant­wort­lich und drit­tens habe ich Ta­len­te.« Georg Kreis­ler

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40 Jahre ak, 40 Jahre linke Zeitung, 40 Jahre Bewegung

»Eine Doku über den ak, der vom Organ des Kommunistischen Bundes zur unabhängigen linken Bewegungszeitung und als Zeitungsprojekt Spiegelbild von 40 Jahren außerparlamentarischer Bewegung wurde.« Mit diesen Worten beschreibt leftvision den rund 15-minütigen Film. Die Plattform für kritisches und alternatives Fernsehen hat ihn anlässlich von 40 Jahren ak gedreht.

Die erste Ausgabe des Arbeiterkampf (AK) erschien 1971. Mit der Auflösung des Kommunistischen Bundes (KB) 1991, zu dem (der) AK gehörte, und der Entscheidung, die Zeitung weiter herauszugeben, wurde implizit auch beschlossen, dass ak mehr ist als ein Teil eines gescheiterten Organisationsansatzes: ein Projekt, dem eine eigenständige politische Bedeutung zukommt – und das ebenfalls nun schon seit 20 Jahren.

Über jeweils 20 Jahre ak mit und ohne KB berichten langjährige Weggefährten, junge AktivistInnen, altgediente und neu hinzugekommene RedakteurInnen. Sie alle erzählen aus ihrer Sicht über Herkunft, Bedeutung und Rolle von ak auf dem Weg vom »Arbeiterkampf« zu »ak – analyse und kritik«.

Warum das alles?

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Austeritätsexperimente in Griechenland. Die Euro-Krise ist kein Kampf zwischen Staaten, sondern ein sozialer Konflikt

Griechenland spart. Gleichzeitig versucht der griechische Staat verzweifelt an Einnahmen zu kommen – durch Sondersteuern auf von allen zu leistende Zahlungen wie etwa Wasserrechnungen. Die großen Einkommen bleiben unangetastet. Die Lohneinschnitte und Steuererhöhungen bedeuten für viele Leute einen Realeinkommensverlust von bis zu 40 Prozent. Welche “Erzählungen” zur Krise gibt es in Griechenland? Wie ist die griechische Austeritätspolitik einzuschätzen? Über diese und andere Fragen sprach ich in ak 565 mit Jannis Milios, Ökonom aus Athen und Mitherausgeber der Zeitschrift Theseis.

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Hast Du mal ’nen Eurobond? In der Debatte über das Für und Wider werden zentrale Fragen nicht gestellt

Eurobonds sind Anleihen, die von den Euro-Staaten gemeinsam herausgegeben werden. Eine Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier und die wichtigste Form, wie sich Staaten auf den Finanzmärkten Kredit nehmen. Ziel von Eurobonds ist deshalb zum einen, dass Länder wie Griechenland überhaupt wieder Geld auf den Finanzmärkten bekommen und nicht mehr von Hilfskrediten von EZB, Euro-Staaten oder IWF abhängig sind. Zum anderen sollen die Gemeinschaftsanleihen helfen, die Zinsen zu senken. Weil nicht mehr ein Land für Zins und Tilgung geradesteht, müsste z.B. Griechenland keinen horrenden Risikoaufschlag bezahlen. Mehr lesen »

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The EU After the Euro Crisis. From the Death of Neoliberalism to Authoritarian Stabilization

For many leftists, the most recent global economic crisis brought with it a certain gratification. Even if emancipatory forces were not able to effect much in the last few years, one thing remained certain: we were right! However, it soon became evident that an economic crisis does not necessarily imply a political crisis. Slavoj Žižek hit the nail on the head in an interview: „Authoritarian capitalism is the victor in this crisis.” (www.zeit.de, August 25th, 2011) That was particularly evident in the EU. Mehr lesen »

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Kritik der Wirtschaftswissenschaften

Die Prokla 164 zur »Kritik der Wirtschaftswissenschaften« ist erschienen! Online steht der Beitrag von Hanno Pahl »Textbook Economics: Zur Wissenschaftssoziologie eines wirtschaftswissenschaftlichen Genres« [pdf]. Im Editorial heißt es:

Die Finanzkrise der Jahre 2008/2009 und die folgende Wirtschaftskrise hat nicht nur die Ökonomie, sondern auch die herrschende ökonomische Theorie erschüttert . Weitgehend deregulierte Finanzmärkte, nach neoklassischer Lehre der Gipfel ökonomischer Effizienz, stürzten in kürzester Zeit in eine tiefe Krise. Nur durch umfangreiche staatliche Bürgschaften und Finanzspritzen für Großbanken – ganz im Widerspruch zu den bis dato weithin geteilten marktradikalen Glaubenssätzen – konnte ein weitgehender Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems verhindert werden. Die analytische Hilflosigkeit der Neoklassik war angesichts der Krise offensichtlich, so manche Auftritte ihrer Vertreter wirkten nur noch peinlich. Angesichts der enormen Konjunkturprogramme, mit denen die USA, Deutschland und andere Staaten auf die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise reagierten, sahen manche Beobachter schon eine Renaissance des Keynesianismus am Horizont. In manchen Medien erinnerte man sich sogar wieder der Marxschen Theorie, die immer schon argumentiert hatte, dass Krisen notwendigerweise zum Kapitalismus gehören.

Das vollständige Editorial findet sich hier [pdf].

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